Die Filme im Flimmergarten 2015

Und hier sind die ausführlichen Informationen zu den Filmen:

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt? (D 2015, 107 min)

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Mit der Ausbeutung der weltweiten Ressourcen, zerstört die Menschheit die Grundlage ihrer eigenen Ernährung. Der „Food-Fighter“ Valentin Thurn geht der Frage nach, wie die wachsende Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden kann. Während seiner Recherchen trifft er auf Vertreter der industriellen Landwirtschaft ebenso wie auf Bio-Bauern, auf Nahrungsmittelspekulanten und asiatische Straßenköche. Er durchstreift Laborgärten, Fleischfabriken sowie städtische Gemeinschaftsgärten. Die sich gegenüberstehenden Argumentationslinien sind bekannt: auf der einen Seite die konventionelle Agrarindustrie, die die Natur durch Perfektionierung und Technologisierung zu Höchstleistungen treibt. Auf der anderen Seite die alternativen Ansätze, die die natürlichen Grundlagen erhalten wollen und regionalspezifische Lösungen finden. Der Filmemacher verzichtet dabei auf eine reißerische Darstellungsweise mit der typischen Weltuntergangsstimmung, der gegenüber die alternativen Lösungen als gleißendes Licht am Ende des Tunnels erscheinen. Dennoch gilt letzteren Ansätzen merklich seine Sympathie.

Hier ist die Filmwebseite  und der Trailer.

Wachstum, was nun? (F 2014, 93 min, dt. Fassung)

anschl. Gespräch mit Matthias Mattiza (Energiegenossenschaft Leipzig), Tina Pagel (KGB), Christoph Sanders (Konzeptwerk Neue Ökonomie)

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Dass die Forderung nach immer mehr Wachstum in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen überholt scheint ist offensichtlich – doch was sind machbare Alternativen jenseits des Wachstums-Paradigmas? „Wachstum was nun?“ präsentiert unterschiedlichste Projekte weltweit, die sich bereits in der Praxis bewährt haben – von Urban Gardening in den USA und Argentinien, zu energieautarken Dörfern in Dänemark hin zu Regionalwährungen in Deutschland und dem Konzept des Brutto Inlands-Glücks in Bhutan. Einmal rund um den Globus auf der Welle der Postwachstumsbewegung. Die Ansätze sind mutig, regionsspezifisch, innovativ und machen Lust Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Hier ist die Filmwebseite  und der Trailer.

Die Bio-Illusion (D 2014, 90 min)

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Bio-Lebensmittel sind zu einem großen Geschäft geworden. Neben den althergebrachten kleinen Bioläden gibt es jetzt Biosupermärkte und Bio-Hausmarken bei allen Lebensmittel-Discountern. Um diese gesteigerte Nachfrage zu befriedigen, ist eine hoch-industrialisierte und global verteilte Bio-Produktion erforderlich. Komplizierte Zertifizierungssysteme und in sattem Grün erstrahlende Biosiegel sollen das Vertrauen der Verbraucher in die Bio-Produkte sicherstellen. Kann das funktionieren? Oder pervertiert die kapitalistische Verwertungslogik die Bio-Idee? Der Autor Christian Jentzsch schaut in „Die Bio-Illusion“ hinter die Kulissen von Biosiegeln und Zertifizierungsversprechen anhand konkreter Beispiele, wie der Biogarnelen-Produktion in Thailand oder dem Aufkauf von Kleinbauernfeldern in Rumänien.

Hier ist die Filmwebseite.

Sand Wars (F/CAN 2013, 74 min, dt. Fassung)

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Nahrungsmittel, Kosmetika, Putzmittel, Computer, Handys, Kreditkarten – kaum ein Alltagsgegenstand, der nicht in irgendeiner Weise mit Sand herstellt wurde. Doch besonders der weltweite Bauboom, ausgelöst durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in Schwellenländern steigert den Bedarf an Sand. Wüstensand eignet sich dabei jedoch nicht für die Herstellung des beliebten Baustoffs Stahlbeton, der zu zwei Dritteln aus Sand besteht. Der Vorrat in Flussbetten und Kiesgruben geht langsam zur Neige, sodass der Meeresboden ins Visier rückt. Im Paradies zieht der Alptraum ein: Strände und Inseln werden abgebaggert. Die Akteure im Krieg um den Sand sind korrupte Politiker, skrupellose Spekulanten, Mafiosis, Tourismusvertreter, Umweltaktivisten. Der Film führt den Zuschauer rund um den Globus und begründet die steigende Nachfrage nach der Ressource, erläutert den Abbau und den illegalen Handel mit Sand, bleibt dabei aber auch nicht die nachhaltigen Visionen für die Zukunft schuldig.

Hier ist die Filmwebseite  und der Trailer (Englisch).

Filmtrio zur solidar-ökologischen Ökonomie

Vio.Me (GR 2012, 22min, engl. UT), Viva a Alternativa (D/BRA 2010, 30min, dt. UT), The Chikukwa Project (AUS/ZI 2012, 20min, engl. im Original)

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Unter dem Oberthema Sozial-ökologische Ökonomie von der Basis laufen drei kürzere Filme, die verschiedene Grasswurzel-Projekte zeigen, in denen Menschen sich zusammengeschlossen haben, um von der Basis ihres Alltags Veränderungen anzustoßen. Nach wissenschaftlichen Kriterien besteht die Solidarische Ökonomie in der Selbstverwaltung, Ökologie, Kooperation, Wirtschaftlichkeit und Gemeinwesenorientierung dieser Unternehmungen, was in den Filmen nachempfunden werden kann: Als eine Fabrik in Griechenland geschlossen werden soll, übernehmen die Arbeiter gemeinschaftlich das Ruder (VIO.ME), in Brasilien und Deutschland lassen sich funktionierende Beispiele für kapitalismusferne Lebens- und Wirtschaftsmodelle finden (VIVA A ALTERNATIVA) Die Dorfbewohner in Chikukwa, Zimbabwe versorgen sich selbst dank Permakultur und werden dafür die Vorreiter in ihrer Region (THE CHIKUKWA PROJECT).

Vio.Me-Unterstützer-Webseite: http://www.viome.org/

Filmseite The Chikukwa Project: http://www.thechikukwaproject.com/

Trailer The Chikukwa Project: https://vimeo.com/107427144

Seed Warriors (CH 2010, 86 min, dt. UT)

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Auf der norwegischen Insel Spitzbergen, 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt, wird mit viel politischer Prominenz die Einweihung eines Bunkers gefeiert. Es ist das angeblich sicherste Gebäude dieser Art auf der Welt. Gefeit gegen Naturkatastrophen, Klimaveränderungen und selbst Nuklearkriege sollen hier 4,5 Millionen in Folie gewickelte Samenproben aus aller Welt lagern und das Weiterbestehen der Artenvielfalt gewährleisten. Gerade das weltweite Ansteigen der Temperaturen bedroht die Artenvielfalt und die Nahrungssicherheit. 9000km südlich vom Saatgut-Tresor im von Trockenheit geplagten Kenia bereitet der Direktor der nationalen Genbank das schützenswerte pflanzliche Erbgut für den Transport nach Norwegen vor bevor seine maroden Generatoren endgültig den Geist aufgeben. Nicht allzu weit entfernt in Nairobi, versucht die anerkannte Mais-Expertin Marianne Bänziger mithilfe ebenjener Sortenvielfalt ein Saatgut zu gewinnen, dass der Dürre trotzt und den Ertrag steigert ganz ohne Gentechnik.

Filmseite:    http://seedwarriors.org/de/

Trailer:         http://www.youtube.com/watch?v=khl3z1rwrlE

Das Salz der Erde (F/BR 2014, 109 min; dt. UT)

© Sebastião SALGADO/ Amazonas images/ NFP

“Das Salz der Erde“ ist ein beeindruckendes Portrait des brasilianischen Photographen Sebastião Salgado, der mit seinen sozial-dokumentarischen Arbeiten zahlreiche Facetten menschlichen Lebens und Leidens festgehalten hat. Vom Leben der Landbevölkerung in Lateinamerika, über Arbeitsbedingungen weltweit bis hin zu Krieg, Hungersnot und Vertreibung in Afrika. Aus der Verzweiflung über das Erlebte richtet Salgado in seinem neuen Projekt „Genesis“ den Blick in eine andere Richtung: er photographiert Orte, an denen Natur noch unberührt und heil scheint und zeigt sie dadurch in ihrer Größe und Urtümlichkeit. Seine Arbeiten sind eine Hommage an die Schönheit der Natur und die Komplexität menschlichen Daseins. Sie zeugen von Tiefe und Empathie und vermitteln immer einen besonderen Blick auf das Abgebildete. Der Film präsentiert das Leben Salgados aus der Sicht zweier Regisseure: seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, welcher seinen Vater über längere Zeit mit der Kamera begleitet hat und der von Wim Wenders, der selbst ein großer Bewunderer von Salgados Arbeiten ist.

Filmseite:    http://www.dassalzdererde-derfilm.de/

Trailer:         https://www.youtube.com/watch?v=yV6yfBEuTGg