Flimmergarten 2014: Programm

Übersicht:
Freitag, 11.7.2014: Umweltaktivismus weltweit
Wochenende, 12./13.7.2014: Fußball-Sonderprogramm
Montag, 14.7.2014: Ernährung weltweit
Dienstag, 15.7.2014: Ernährung lokal
Mittwoch, 16.7.2014: Umwelt und Integration
Donnerstag, 17.7.2014: Umwelt DDR
Freitag, 18.7.2014: Südamerika, Ernährungssouveränität
Samstag, 19.7.2014: Natur pur

Freitag, 11.7.2014: Umweltaktivismus weltweit
Elemental
(USA, 2012, 93 Min.; Englisch, deutsche UT)
Drei Umweltaktivisten auf drei verschiedenen Kontinenten werden in dieser großartig bebilderten Dokumentation vorgestellt. Rajendra Singh kämpft in Indien für einen sauberen Ganges und tritt dabei in den nicht immer einfachen Dialog mit Einheimischen sowie städtischen und staatlichen Vertretern. In Australien hat der Wissenschaftler Jay Harman eine Technologie entwickelt, welche sich den Formen der Natur bedient, um den Prozess der globalen Erwärmung zu verlangsamen. Aktivistin Eriel Deranger engagiert sich in Kanada gegen den Abbau von Teersand, einem Gemisch aus Öl und Sand und den damit verbundenen Umweltzerstörungen und gesundheitlichen Belastungen für die indigene Bevölkerung.

Montag, 14.7.2014: Ernährung weltweit
Die Zukunft pflanzen
(F, 2012, 90 Min.; Deutsche Fassung)
Circa ein Sechstel aller Menschen auf der Erde leiden an Hunger. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des weltweiten Bevölkerungswachstums stellt sich die Frage nach Lösungen dieser Problematik. Regisseurin Marie-Monique Robin besucht Bauern, Ökonomen und Vertreter internationaler Hilfsorganisationen in zahlreichen Ländern auf vier Kontinenten und zeigt erfolgreiche Konzepte zur Bekämpfung des Hungers in der Welt auf. Eine ökologische Landwirtschaft, umweltgerechter und ressourcenschonender Anbau sowie individuelle Lösungsansätze für lokale Probleme bieten dabei gute Ansätze für den Weg aus der Ernährungskrise. So sollten auch 9 Milliarden Menschen ohne Pestizide ernährt werden können.

Dienstag, 15.7.2014: Ernährung lokal
Die Strategie der krummen Gurken
(D, 2013, 64 Min.; Deutsch im Original)
In der Nähe von Freiburg im Breisgau betreibt die GartenCoop solidarische Landwirtschaft. Die rund 260 Mitglieder versorgen sich dabei kollektiv mit ökologischem Obst und Gemüse. Besonderes Augenmerk wird dabei dem Thema Nachhaltigkeit geschenkt, so wird z.B. der gesamte Ertrag der Ernte in Freiburg per Lastenfahrrad zu den Konsumenten transportiert. Der Film bietet einen interessanten Einblick in die Arbeit von Menschen, denen der Umgang mit Lebensmitteln am Herzen liegt und die eine Alternative zur herkömmlichen Agrarindustrie leben wollen.


 

Mittwoch, 16.7.2014: Umwelt und Integration
Unser aller Erde
(D 2012, 27 Min.; Deutsch im Original)
Knapp ein Fünftel (18,7%) der in Deutschland lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund, d.h. 15,4 Millionen Personen (Statistisches Bundesamt, 2009). Bei Jugendlichen liegt der Anteil sogar bei 24 Prozent. Über die umweltbezogenen Einstellungen, das Umweltverhalten und das bürgerschaftliche Engagement für den Klima- und Umweltschutz von Migrant_innen liegen bisher nur wenig gesicherte empirische Erkenntnisse vor. Jedoch sind Migrant_innen in Umweltorganisationen durchaus unterrepräsentiert. Interessieren sie sich nicht für ihre Umwelt? Machen die Bio-Deutschen nur Kampagnen für sich selbst? Geht Nachhaltigkeit überhaupt ohne einen gewissen Wohlstand? Wurden Migrant_innen in Deutschland bisher in der Aufklärung über “Umwelt- und Klimaschutz” vernachlässigt? – “Unser aller Erde” ist das Ergebnis eines medienpädagogischen Projektes des Türkisch-Deutschen Umweltzentrums Berlin.

Solar Mamas
(USA/DEN/EGY 2012, 58 Min.; Arabisch/Englisch, deutsche UT)
Rafea, die Frau eines Beduinen in Jordanien und Mutter von 4 Töchtern, setzt sich über altbackene Traditionen hinweg. Zum ersten Mal in ihrem Leben verlässt sie ihr Dorf. Sie fliegt nach Indien, um sich im Barefoot College gemeinsam mit 27 anderen Müttern aus der ganzen Welt in 6 Monaten als Solaringenieurin ausbilden zu lassen. Nach ihrer Rückkehr sollen die Frauen ihre Dörfer mit Strom versorgen können. Doch ihr Mann zwingt Rafea die Ausbildung abzubrechen und sich um ihre Familie zu kümmern…

Donnerstag 17.7.2014: Umwelt DDR
Mitgift
(D 2013, 96 Min.; Deutsch im Original)
Wenn früher geheiratet wurde, brachte die Frau wertvolle Güter und Hausrat mit in die Ehe, die sogenannte Mitgift. Als die zwei deutschen Staaten im Oktober 1990 vermählt wurden, schien die Dame die Mitgift im Schrank versteckt zu halten. Nach dem Ausspruch des deutschen Umweltministers Klaus Töpfer und des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker von 1990, ist die Natur und Umwelt der neuen Bundesländer „Das Tafelsilber der Wiedervereinigung“ – die Mitgift.
Im Frühjahr 1990, zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung macht sich Dokumentarfilmer Roland Blum auf, um die Eindrücke der sich rasant verändernden DDR einzufangen. Er reist von Dresden die Elbe hinauf und vom Brocken über Leipzig, Bitterfeld bis nach Rügen. Was er vorfindet, ist ein Land kurz vor dem ökologischen Kollaps: Natur und Menschen sind krank. Doch die Menschen schauen längst nicht mehr tatenlos zu. Kurz vor der Wiedervereinigung gelingt es Umweltaktivisten ein Fünftel der DDR-Fläche unter Landschaftsschutz zu stellen, Grundlage für zahlreiche, von der UNESCO anerkannte, Biosphärenreservate und Nationalparks. Zehn Jahre später sowie im Jahre 2013 begibt sich Roland Blum erneut auf die Reise durch die fünf neuen Bundesländer, besucht die Menschen und die Altlasten von damals. Innerhalb von 23 Jahren hat sich ein erstaunlicher Wandel vollzogen – Das Tafelsilber wird aufpoliert.

Freitag 18.7.2014: Südamerika, Ernährungssouveränität
Growing Change
(AUS/VEN 2013, 59 Min.; Englisch im Original)
Growing Change ist eine inspirierende Dokumentation über die Etablierung eines gerechten und nachhaltigen Nahrungsmittelsystems in Form von Ernährungssouveränität. Dieses Schlagwort wurde 1996 von der Kleinbauernorganisation La Via Campesina zum Welternährungsgipfel in Rom als antikoloniale Kritik an der Fremdbestimmung von Staaten durch die internationalen Handelsregeln der WTO, den Internationalen Währungsfonds und der Weltbank vorgebracht. Der Film nimmt sich diesem Begriff an und versucht ihn am konkreten Beispiel zu erläutern. Dabei wird eines der spannendsten und umfassendsten Experimente der Umgestaltung des Lebensmittelsystems portraitiert: Venezuela. Nach Jahren der Urbanisierung, einer vernachlässigten Landwirtschaft und der Abhängigkeit von Lebensmittelimporten fiel das Land in eine Ernährungskrise ähnlich der, die es in vielen Ländern der Erde heute noch gibt. Unterstützt von der Regierung wurde eine Neuordnung des Systems angestoßen. In Kakaoplantagen, Fischerdörfern und städtischen Gärten veranschaulicht der Film was alles möglich sein kann, wenn Gemeinden für ihre Souveränität kämpfen.

ALMA
(FR 2011, 65 Min.; ohne Sprache)
Die Rinderzucht hat den größten Anteil an der Zerstörung des Regenwaldes rund um den Amazonas. In Brasilien werden 190Mio. Kühe gehalten und das Land ist der größte Exporteur für Rindfleisch. Pro Tag werden mehr als 100.000 Kühe geschlachtet. Die Häute werden an Länder wie China und Italien verkauft, womit Brasilien auch führend im Export von Rohleder ist. Der Sojabohnenanbau der nicht zuletzt der Futtermittelherstellung dient, ist neben den Rindern der zweitgrößte Faktor für die Abholzung des Regenwaldes. Nicht zuletzt lässt sich mit dem Hartholz gutes Geld verdienen. – All diese Fakten wird man in dem Film nicht hören, doch man kann sie sehen – und spüren: Patrick Rouxel fängt eindrückliche, erschreckende Bilder ein und montiert sie ohne erklärenden Kommentar, nur mit Originalton, sodass der Zuschauer beginnt selbst zu ergründen, was vor sich geht. Dabei durchläuft der Film die verschiedenen Stufen der “Ausschlachtung des Regenwaldes”: Wald, Grasland, Rodeo, Schlachthaus, Markt, Gerberei.

Samstag 19.7.2014: Natur pur
Das Geheimnis der Bäume
(FR 2013, 78 Min; Deutsche Fassung)
“Die Reise der Pinguine”-Regisseur Luc Jaquet begleitet den Botaniker und Ökologen Francis Hallé in seine Welt: in die Bäume. Sie nehmen uns mit auf eine Reise durch den Lebenszyklus der faszinierenden grünen Wunder. In den Waldgebieten von Peru, Gabun und Frankreich erkunden sie die Einflüsse auf die Natur und die wechselseitige Beziehung ihrer Flora und Fauna. In beeindruckenden Bildern, aufschlussreichen Animationen, Zeitrafferaufnahmen und spektakulären Kamerafahrten vermittelt der Film die Prozesse innerhalb des Gesamtorganismus’ Wald. Der Schauspieler Bruno Ganz verleiht dem Film seine Stimme.
“ein Kreislauf aus Wachsen, Sterben und Zersetzen”, “ein Appell, das Jahrtausende alte Ökosystem mit seiner kostbaren Vielfalt zu bewahren” (Frank Kaltofen, moviemaze)