5. Flimmergarten 2017

Flimmergarten Filmfest 2017 from Fabian on Vimeo.

Ende Juli ist es wieder soweit. Das Flimmergarten-Filmfest startet in die fünfte Runde. Wir freuen uns, euch an vier Tagen ein vielfältiges Programm mit Dokumentarfilmen und Gesprächsgästen bieten zu können. Macht es euch gern im Garten gemütlich. Ihr könnt auch eine Decke mitbringen. Wenn es regnen sollte, gibt es eine Überdachung.

26. Juli: Landstück

Der Film „Landstück“ von Volker Koepp nimmt uns mit in die Uckermark im Nordosten Brandenburgs. Er erzählt vom Leben der Menschen in dieser dünn besiedelten Gegend und dem Wandel der Landschaft. Nach dem Ende der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG’s) und der intensiven Ackerbewirtschaftung wurden Naturschutzgebiete eingerichtet; Brandenburg zählt auch zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Biobetrieben (2013: ca. 12%), die Zahl sinkt allerdings. Billige Importe von Bioprodukten üben großen Preisdruck auf die Bauern aus. Eine andere Herausforderung ist der zunehmende Verkauf von Ackerflächen an Investoren und Agrarkonzerne. Die Folge sind wiederum riesige Monokulturen und Tiermastanlagen. Volker Koepp lässt Menschen zu Wort zu kommen, die dort leben und wie sie dem Wandel der Landschaft und den Herausforderungen begegnen.

Der Film lief 2016 auf der Berlinale. Volker Koepp (* 1944) dreht seit 1971 Dokumentarfilme über Menschen und Landschaften in Brandenburg, Pommern und Osteuropa. Nach dem Film haben wir Gelegenheit mit Ramona Bunkus, Doktorandin an der Universität Halle, zu reden. Ihre Schwerpunkte sind Entwicklung des ländlichen Raumes und Bodenmarkt und Bodenpolitik.

Regisseur: Volker Koepp
Deutschland 2016
Dauer: 122min

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27. Juli: Wu Tu – My Land

„Der Gemüsebauer Chen Jun betreibt eine Telefon-Hotline für Wanderarbeiter in Peking. Er hilft ihnen, für ihre Rechte zu kämpfen. Die Gemeinde, deren Land er viele Jahre bewirtschaftet hat, will jetzt Geld mit dem Bau von Wohntürmen für Chinas neue, rasant wachsende Mittelschicht verdienen. Aber Chen Jun und seine Frau lassen sich nicht so leicht ohne Entschädigung abspeisen. Sie nehmen den Kampf gegen die Einschüchterungstaktiken auf, auch wenn sie jahrelang ohne Strom und Wasser inmitten einer Baustelle leben müssen. Sie sind Idealisten, voller Bürgersinn und solidarischer Grundhaltung gegenüber anderen Wanderarbeitern, in einem Land, in dem die Gesetze nicht für alle gleich zu gelten scheinen.
Seit 2010 begleitete Regisseur Fan Jian die beiden Aktivisten, die neben ihrem Engagement für ihre Rechte zwei Kinder mit Respekt vor dem Land und einem kritischen Blick auf die Mächtigen großziehen.“ (© Berlinale 2016)
Nach dem Film haben wir Gelegenheit mit Eva Sternfeld zu reden. Sie ist Sinologin an der Freien Universität Berlin mit den Schwerpunkten Umweltgeschichte, Ressourcenökonomie und chinesische Umweltpolitik.

Regisseur: Fan Jian
China 2015
Dauer: 83min (OmeU)

28. Juli: Freightened

„Freightened“ rückt ein Thema in den Vordergrund, das zwar im Diskurs um nachhaltigen Konsum eine Rolle spielt, jedoch selten eingehend betrachtet wird. Jeder kennt die Geschichte von der „Weltreise einer Jeans“. So wird die Baumwolle an viele verschiedene Orte auf der ganzen Welt gebracht, um sie dort zu verarbeiten, bis irgendwann die Jeans zusammengenäht wird. In den Industrieländern kann sie trotz dieser weiten Wege günstig verkauft werden. Ermöglicht wird dies durch den äußerst billigen Frachtverkehr, der aufgrund seiner enormen Dimension dennoch ein Milliardengeschäft ist. Dieses Geschäft wird jedoch, wie der Film eingehend beleuchtet, teuer erkauft. Die Umweltbelastung ist durch das Verbrennen von Schweröl extrem hoch, Steuern und Arbeitsrechte werden durch das Prinzip der „Flag of Convenience“ umgangen, der Markt ist in der Kontrolle einiger privater Konzerne.
Der Film geht den Verwicklungen dieses für den modernen Kapitalismus grundlegenden Wirtschaftszweiges nach und beleuchtet seine Strukturen. Dabei werden aber auch Alternativen für nachhaltigen Transport aufgezeigt.

Regisseur: Denis Delestrac
Spanien / Frankreich 2016
Dauer: 84min (OmdU)
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29. Juli: Future d’espoir

Guillaume Thébault ist 17, als er wie viele die Welt infrage stellt. Er muss erkennen, dass Bild einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft so nicht stimmt, und sucht schließlich nach Alternativen. In 15 Interviews mit Ökonomen, Botanikern, Bauern oder Permakulturisten geht der Frage nach, ob die ökologische Landwirtschaft wirklich die Welt nachhaltig ernähren könne. Thébaults erster Dokumentarfilm fokussiert auf positive Lösungen und die Menschen vor Ort. Er zeigt, wie schwierige Probleme gut bewältigt werden können.

Regisseur: Guillaume Thébault
Schweiz 2016
OmU
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