Allgemein, Garten

Verlassene Gärten

Wie alles begann

Die Garteninitiative entstand im Herbst 2011. Damals fanden die Aktiven im Leipziger Osten recht schnell eine nutzbare Brachfläche. Auf über 5.400 m² wurde im Frühjahr 2012 zwischen der Hermann-Liebmann-Straße 18/19 und dem Bernhardiplatz der erste Gemeinschaftsgarten aufgebaut. Die Gärtner*innen bauten Hochbeete aus dem Holz einer alten Kaserne, organisierten Kulturveranstaltungen und vernetzten sich mit anderen Gruppen. Schon immer bewegte die Gärtner*innen, wie Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen in das Garten-Geschehen einbezogen werden können, um die doch eher homogene Besucherschaft aufzuwirbeln. So gab es auf der Fläche nicht nur eine große Ernte, sondern auch klassische Konzerte, legendäre Dub-Parties und den ersten Flimmergarten. Kindergartengruppen hatten hier ebenso ihren Raum, wie die Schafe die am Feuer grasten. 

Bereits im Herbst 2013 musste die Zwischennutzung aufgelöst werden. Die Garteninitiative konnte mithilfe des MÜHLSTRASSE 14 e.V. den ehemaligen Schulgarten der August-Bebel-Grundschule am Bernhardiplatz pachten.

Eine erneute Zwischennutzung von zwei beieinander liegenden Grundstücken zwischen der Neustädter Straße und der Ludwigstraße ergänzte die Brachen. Die Fläche der Initiative schrumpfte infolge des Umzugs jedoch um mehr als die Hälfte. Mit einer lauten und bunten Demonstration zog der Garten symbolisch um.

Neustädter Straße 20 und Ludwigstraße 28

Jahrelang haben Menschen aus dem Viertel an diesem Standort gegärtnert. Zuletzt kämpfte Querbeet vier Jahre um diese grüne Oase: Hochbeete, Kräuterspirale und Insektenhotel im Bereich Neustäädter Straße mussten 2022 weichen.

Das letzte Stück unseren großen Gemeinschaftsgartens mussten wir im Spätsommer 2025 beräumen. Wir haben lange versucht die Ludwigstraße 28 – unsere „kleine Lu“ – als grüne Oase zu retten. Trotz weniger Ressourcen und kaum mehr Infrastruktur haben wir vier Jahre durchgehalten und um den Erhalt von Grünräumen, die so viele wichtige Funktionen in der Stadt haben, zu erhalten. Mit dem privaten Verlauf der Fläche musste wir diesen schönen Ort aufgegeben. Seitdem ist auf der Fläche nichts passiert, außer das zusehends Müll dort abgeladen wird. Auf der “Kleinen Lu” gab es mehrere Hochbeete, einen Komposthaufen, eine Kräuterspirale, ein großes Insektenhotel sowie ein paar Himbeeren und Johannisbeersträucher.